Chronik der DLRG Königshofen

Die DLRG - Ortsgruppe Königshofen wurde, erst im dritten Anlauf, am 8.10.1965 gegründet. Schon 1963 und 64 hatte man versucht, Königshofen eine eigene Ortsgruppe zu geben, doch wurden nicht genügend Mitglieder gefunden.

Kampf dem nassen Tod

Im Jahr 1966 begann man dann mit der Schwimmausbildung. Anfangs musste man noch im Winter mit Privat-PKW ins 30 km entfernte Hallenbad nach Weikersheim fahren, im Sommer stand jedoch das Terrassenbad in Lauda zur Verfügung. Bereits in diesem ersten Jahr konnten die Ausbilder sich über 192 Schüler und 138 Erwachsene freuen, welche die Schwimmstunden besuchten. Probleme gab es jedoch dahingehend, dass die Fahrten ins entfernte Hallenbad irgendwie finanziert werden mussten. Eine Lösung dafür war die Eröffnung des Hallenbads Lauda am 12.10.1968. Daraufhin folgte ein sprunghafter Anstieg der Mitgliederzahlen. 
In den Jahren 1969/70 erlebte die DLRG einen herben Rückschlag, da durch eine Grippewelle die Beteiligung an den Schwimmstunden nur sehr gering war. Zum 10-jährigen Jubiläum im Jahr 1975 war die DLRG mit 295 Mitgliedern der drittstärkste Verein in Königshofen. In dieser Zeit stiegen die Jugendlichenzahlen und sank die Beteiligung Erwachsener.

Ein historisches Zuhause

1968 bekam die Ortsgruppe Königshofen dann den historischen "Goten" als Vereinsheim zur Verfügung gestellt, der jedoch erstmal renoviert werden musste. Da die Gruppe dies nicht selbst finanzieren konnte, war sie auf Spenden angewiesen, die auch von vielen Firmen der Gegend zur Verfügung standen. Während dieses ersten Umbaus wurden insgesamt 997 freiwillige Arbeitsstunden von DLRG- Mitgliedern am Goten ausgeführt. Fertigstellung war dann am 15.3.1969. Im 2. Halbjahr des Jahres 1972 wurde der Goten weiter ausgebaut, es wurden u.a. eine Toilette und eine Teeküche installiert. 1974 wurde der Goten mitsamt der neu gestalteten Anlage um die Kirche und dem Kirchenvorplatz zur Königshöfer Messe der Bevölkerung übergeben.

Veränderungen

Schon innerhalb der ersten 10 Jahre nach der Gründung erweiterte sich der anfängliche Wahlspruch "Jeder ein Schwimmer" um den Zusatz "Jeder Schwimmer ein Retter". Dadurch drückte sich der Wandel vom Sportverein zur Rettungsorganisation aus. Seit diesen 10 Jahren hat sich noch viel getan. Nach der Gemeindereform und der damit verbundenen Eingemeindung wuchs die Ortsgruppe Königshofen über den Ortsbereich hinaus und mit der Zeit kamen die Mitglieder der schwächeren Gruppen aus Sachsenflur, Beckstein, Gerlachsheim und Lauda hinzu. Ende 1977 bestand die Ortsgruppe dann immerhin schon aus 463 Mitgliedern.
In den folgenden Jahren sanken die Mitgliederzahlen zunächst wieder, mitunter durch eine Beitragserhöhung, den Rückgang der Geburtenzahlen sowie eine bei vielen Jugendlichen beobachtete Tendenz, nach erfolgreicher Ausbildung und Erlangung der Abzeichen auf der Suche nach einer neuen Herausforderung dem Verein den Rücken zu kehren.

In Zahlen

Als Beispiel für erbrachte Leistungen dient der Zeitraum von 1978-1982, in dem 825 Jugendschwimmscheine, davon 457 in Bronze, 268 in Silber sowie 100 in Gold, 160 Rettungsschwimmabzeichen, davon 99 in Bronze, 43 in Silber sowie 18 in Gold abgelegt wurden.
In der Sonderausbildung kamen 4 Rettungstaucher, 2 Sprechfunker, 40 Ersthelfer und 16 geprüfte Ausbilder hinzu. Aufgrund der gesteigerten Fortbildung der Ausbilder konnte die Abnahme von Schwimmabzeichen stark gesteigert werden. Von 1984-1989 wurden insgesamt 513 Anfangsschwimmer betreut, 1252 Seepferdchen, 4248 Jugendschwimmabzeichen und 300 Rettungsschwimmscheine vergeben.

Nicht immer nur ernst

In einem so großen Verein wie der DLRG Königshofen darf natürlich nicht nur stures Ausbilden vorherrschen, auch die Geselligkeit darf nicht zu kurz kommen. Gemeinsame Erholung, Feiern und Veranstaltungen waren selbstverständlich. Dazu war das Vereinsheim "Goten" bestens geeignet.
Hier trafen sich vor Beginn der Wintersaison Vorstand und Aktive zum wohlverdienten "Gemeinschaftsessen". Nach den Schwimmstunden wird Montagabends im "Goten" zusammen gesessen und neue Vorhaben besprochen. Gemeinsame Ausflüge wie Familienbootsfahrten, Nacht- und Radwanderungen erfreuten sich stets großer Beliebtheit.

Der von der DLRG 1969 erstmals veranstaltete Martinsumzug mit über 100 Kindern wurde seitdem jedes Jahr durchgeführt. Dem Zug voran reitet St. Martin hoch zu Ross, gefolgt vom Vereinsvorsitzenden, Stadtpfarrer, Schulleiter und einem Gemeindevertreter. Daran schließt sich die im Fackelschein Martinslieder spielende Musikkapelle Königshofen an, der Hunderte von Kindern, die Kleinen in Obhut ihrer Eltern, folgen.
Der Zug gelangt jährlich über die Kirchstraße zum Parkplatz der Schulturnhalle. Dort teilt St. Martin seinen Mantel und gibt die Hälfte einem Bettler, während der Stadtpfarrer in einer kleinen Ansprache den Sinn dieses Brauchs erläutert. Über Turmbergstraße und Oberen Grabenweg gelangt der Zug schließlich zurück zum Gesellenhaus, wo in Anlehnung an St. Martins Vorbild Äpfel und Brezeln verteilt werden.